Baumbestand Wedauer Wald

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Umzug für Fledermäuse?

Was bedeutet ein „Umzug“ für Fledermäuse und wie soll das gehen?

Diese Frage haben wir uns als Fledermaus Laien natürlich sofort gestellt, denn in den Studien, welche die Stadt Duisburg beauftragt hat, stand lediglich, dass es noch ein paar wenige Höhlenbäume außerhalb des Rodungsbereiches lägen, und dass man ansonsten Nistkästen aufhängen würde.

  • Sind Nistkästen wirklich eine Alternative für Fledermäuse?

  • Wie wird eine Umsiedlung durchgeführt, bevor die Bäume gefällt werden?

  • Woher weiß man ob die wenigen noch verbleibende Höhlenbäume nicht bereits mit anderen Fledermäusen oder Vögeln „belegt“ sind?

  • Wie kann man dafür Sorge tragen, dass die Fledermäuse auch die neuen „Quartiere“ nutzen und akzeptieren und nicht doch einfach abwandern?

  • Wie gewöhnen sich Fledermäuse die es gewohnt waren in Höhlenbäumen zu leben an Nistkästen?

  • Was muss man tun, um die Fledermäuse vor dem Fällen der Bäume aus den Höhlen zu bekommen? Schließlich sind es nachtaktive Tiere, die über Tag, wenn die Abholzung stattfinden würde schlafen.

Das sind doch ganz logische Fragen - oder?

Tatsächlich aber wird keine dieser Fragen durch die Gutachten oder Studien, die für die Stadt Duisburg von externen Firmen erstellt wurden, beantwortet bekommen! Mitte Juni wurde dann die lang ersehnte, und dringend benötigte, ökologische Kartier- und Planungsstudie als Zusatz zum Planfeststellungsverfahren nachgereicht. Also auf ein neues, werden die Fragen beantwortet?

 Wir lesen also ...

  • dass Fledermäuse „.. ihre Quartiere häufig wechseln“ ,

  • dass Fledermäuse auf ein „ausreichendes Angebot an Höhlen angewiesen“ sind,

  • dass „Durch die Entfernung des Waldbestandes.. vorhandenen Höhlenbäume – und damit potenzielle Fledermausquartiere – verloren“ gehen.

Na gut, und beantwortet das eine unserer Fragen? Also lesen wir weiter ...

„Durch die Entfernung der Höhlenbäume im Eingriffsbereich ist die Verfügbarkeit von Quartieren temporär reduziert. Es ist jedoch davon auszugehen, dass durch die geplanten Minderungsmaßnahmen der Verlust der Quartiere in einem Zeitraum von mehreren Jahren ausgeglichen werden kann.“ (Anmerkung: Die „Minderungsmaßnahmen“ sind die aufzuhängenden Nistkästen.)

Wissen wir jetzt mehr? Eigentlich haben wir nur noch weitere Fragen:

  • Wenn es mehrere Jahre benötigt, sind dann noch Fledermäuse in diesem Wald vorhanden? Mehrere Jahre auf Wohnungssuche macht kein Mensch mit – aber Fledermäuse?

Da wir ja Laien sind, haben wir verschiedene Fledermausexperten angeschrieben und einhellig die folgenden Antworten erhalten:

1. Nistkästen sind keinerlei Ersatz für natürliche, alte Höhlen in Höhlenbäumen.
2. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die gesamte Population der Feldermäuse verschwindet, wenn die Höhlenbäumen abgeholzt werden, da man die Umsiedlung nur sehr schwer steuern kann.

Was könnte man also sonst tun, um sicher zu stellen das eine „Steuerung des Umzuges“ gewährleistet ist? Dazu erhielten wir dann die folgenden Antworten von den Fledermausexperten:

  • Um eine Erfolgsgarantie anzustreben, dass die Fledermäuse die Nistkästen als Ersatzquartiere nutzen, hätten die Nistkästen schon vor vielen Monaten aufgehängt werden müssen, damit sich die Fledermäuse daran gewöhnen können, dass auch noch andere Quartiere vorhanden sind.

  • Es hätten jetzt bereits so viele Nistkästen aufgehängt werden müssen, wie sie für die Fledermäuse nach der Abholzung benötigt werden.

  • Es hätten bereits Kontrollen durchgeführt werden müssen, ob die Fledermäuse die Ersatzquartiere akzeptieren.

  • Es hätte genauestens geprüft werden müssen, was mit den anderen Höhlenbäumen in der Umgebung ist- ob diese überhaupt mit als Ersatzquartiere einplanbar wären.

Um es kurz zu machen, solche Maßnahmen sind in keinem der offiziellen Planfeststellungspapieren enthalten.

Da stellt sich uns doch die Frage, welche Experten die Stadt Duisburg befragt hat, wenn wir innerhalb weniger Wochen die wichtigen Fragen und Antworten recherchieren konnten.

Unzureichende Kartierung

Höhlenbäume

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